Ich entscheide mich für die Berge – nicht für das Meer

Über einen bewussten Kurswechsel: warum ich mich für die Berge entschieden habe, über Ankommen in der Schweiz, innere Ruhe und einen neuen Lebensweg.


Meine vergangenen Jahre waren intensiv. Wie eine Nadel, die immer wieder in derselben Rille hängen bleibt – ohne zu wissen, wie und wo sie in die nächste springen kann, damit die Musik weiterläuft. Doch offenbar habe ich nun den richtigen Weg gefunden. Um weiterzugehen. Etwas in mir hat sich verändert. Offensichtlich. Denn ich fühle mich anders. Als hätte ich „plötzlich“ den für mich passenden Kurs festgelegt.

Ich lasse mein Leben nicht länger einfach geschehen

Auf einmal gelingt es mir, den Faden meines Lebens wieder aufzunehmen. Ich stehe um 5.30 Uhr auf. Dann schreibe ich meine „Morning Pages“. Danach 20 Minuten Meditation. Duschen. Frühstücken. Und dann beginnt mein Tag.

Die Route des Nicht-Wissens

Lange Zeit fühlte ich mich wie ein steuerloses Schiff in einem manchmal sehr heftigen Sturm. Ein Schiff, das immer wieder drohte zu kentern. Das sorgte für einen vollen, unruhigen Kopf. Mein Schiff, mein Körper, mein ganzes Wesen mit allem, was dazugehört, steuerte mich in die falsche Richtung – weil das, zumindest zu diesem Zeitpunkt, der einzige Weg war, den ich finden konnte. So folgte ich dem Kurs, den ich mir selbst gesetzt hatte: dem des Nicht-Wissens. Keine Entscheidung wagen. Keine Ahnung, in welche Richtung ich gehen wollte, konnte oder durfte. Als gäbe es für mich keinen anderen Weg.

Lange trieb ich auf offener See

Ja, ich wusste, dass mein Schiff bei dieser Route immer wieder mit dem Rumpf an Felsen streifte, einen Eisberg rammte oder im tiefen, losen Sand stecken blieb. Doch in dieser Phase traute ich mich nicht hinaus in die weite Welt. Und so trieb ich lange Zeit auf offener See. Kein Land in Sicht. Verloren. Ohne Kompass in der Tasche. Wobei … einen Kompass hatte ich durchaus bei mir. Ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass ich ihn dabeihatte. Und schon gar nicht, wie ich ihn hätte benutzen sollen.

Das Meer ist mir zu unberechenbar

Die offene See, in der scheinbar alle Freiheit möglich ist, ist mir zu groß. Zu weit. Zu viele Entscheidungen. Zu unübersichtlich. Zu ziellos. Zu stürmisch. Zu unbekannt. Zu unvorstellbar. Kurz gesagt: für mich keine Option. Doch wenn man nichts an dem ändert, was man tut, bleibt alles, wie es ist. Dadurch hatte ich immer weniger Energie. War schneller überreizt. Jede Anstrengung wurde zu viel. Und klar und überlegt nachzudenken schien mir erst recht nicht mehr möglich.

Und dann änderte sich mein Kurs

Im November entstand der Plan, in die Schweiz zu gehen. Über diesen Schritt habe ich keinen Moment gezögert. Ich spürte in jeder Faser meines Körpers, dass es stimmte. Dass ich hier aufblühen würde. Mich wohlfühlen würde. Dass ich hier vom ersten Moment an ankommen könnte – etwas, das mir in den fast fünf Jahren in Brabant nicht gelungen ist.

Hier fühle ich mich zu Hause

Auch wenn wir die Umgebung des Schweizer Ortes Meiringen noch entdecken müssen: Hier in den Bergen fühle ich mich wunderbar zu Hause. Jeden Tag aufs Neue. Berge an vier Seiten – das macht meine Welt überschaubar. Die Aussicht verändert sich ständig. In den sieben Wochen, die wir nun hier sind, haben die weißen, schneebedeckten Gipfel dem grauen Gestein oder dem grünen Gras darunter Platz gemacht. Doch die Berge bleiben. Immer. Am selben Ort. Unverändert. Es ist, als wären sie in der kurzen Zeit, die ich hier lebe, zu meinen Fixpunkten geworden. Und als könnte – und werde – ich von hier aus meinen neuen Kurs bestimmen.

Also bewege ich mich mit. Tauche ein in das Leben hier im Bergdorf Meiringen. Und gehe von hier aus weiter. Ein ganz neues Leben aufbauen. Eine neue Welt entdecken – sowohl zwischen unseren eigenen Bergen als auch darüber hinaus. Neugierig wie ein unbefangenes Kind. Ich freue mich sehr darauf.

Mein größter Geburtstagswunsch

Diese Woche hatte ich Geburtstag. Und mein größter Wunsch? Eine Zugfahrt durch die Berge. In einem Panoramazug, mit extra vielen und großen Fenstern. Zusammen mit meinem Schatz. Intensiv genießen, was uns umgibt. Großartige Ausblicke. Allein das macht diesen Tag zu einem der unvergesslichsten Geburtstage meines bisherigen Lebens.

Und du? Was ist dein Kurs? Wo und wie gedeihst du am besten?





COMMENTS

Loaded All Posts Not found any posts VIEW ALL Readmore Reply Cancel reply Delete By Home PAGES POSTS View All RECOMMENDED FOR YOU LABEL ARCHIVE SEARCH ALL POSTS Not found any post match with your request Back Home Sunday Monday Tuesday Wednesday Thursday Friday Saturday Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat January February March April May June July August September October November December Jan Feb Mar Apr May Jun Jul Aug Sep Oct Nov Dec just now 1 minute ago $$1$$ minutes ago 1 hour ago $$1$$ hours ago Yesterday $$1$$ days ago $$1$$ weeks ago more than 5 weeks ago Followers Follow THIS PREMIUM CONTENT IS LOCKED STEP 1: Share to a social network STEP 2: Click the link on your social network Copy All Code Select All Code All codes were copied to your clipboard Can not copy the codes / texts, please press [CTRL]+[C] (or CMD+C with Mac) to copy Table of Content