Über Abschied, Vertrauen und das Dazwischen-Sein – Gedanken aus einer Zeit des Übergangs, kurz vor einem großen Neubeginn in der Schweiz.
Mit nur noch sechs Tagen vor mir entferne ich mich immer weiter von allem. Verloren im luftleeren Raum. Es fühlt sich an, als wäre ich ins Meer hinausgelaufen – wissend, dass direkt vor mir neues Land liegt, mein neues Ziel. Dass ich mich genau zwischen diesen beiden Punkten befinde. Und egal, wohin ich schaue: Land ist nirgends mehr zu sehen. Meine Füße spüren keinen Boden. Und genau in diesem Moment weiß ich manchmal einfach nicht mehr, was zu tun ist …
Es ist spannend, manchmal ein bisschen beängstigend und unruhig. Und das Verrückte daran: Gleichzeitig fühlt es sich stellenweise auch erstaunlich entspannt an. Für einen Moment gar nicht zu wissen, woher ich komme oder wohin ich gehe. Nicht zu wissen, was ich tun oder lassen soll.
Manchmal schieße ich in alle Richtungen. Alles kontrollieren wollen – nur um es im nächsten Augenblick komplett loszulassen und mich der Unruhe hinzugeben, die dadurch entsteht. Weil sich zeigt: Die Situation erzwingen zu wollen funktioniert einfach nicht.
Eigentlich bin ich bereit. Bereit für das, was kommt. Für alles. Für den ganzen Prozess. Und dafür, jeden Moment ganz intensiv zu erleben.
Emotionale Achterbahnfahrt
In den letzten Monaten hat mich die ganze Unruhe manchmal wahnsinnig gemacht. Dinge nicht mehr finden zu können, weil sie ihren jahrelangen festen Platz gegen einen provisorischen eingetauscht haben – irgendwo in einer Kiste. In einer emotionalen Achterbahn zu sitzen, durch alles, was gerade spielt. Auch jenseits unseres Umzugs. Die vielen Arten und Momente des Abschiednehmens. Das Vertraute loslassen.
Hingabe
Und gleichzeitig dieses ungeahnte Vertrauen. Das tiefe Gefühl, dass der Schritt, den wir jetzt gemeinsam gehen, der einzig richtige ist. Das ist der Kurs, auf dem ich segle. Vertrauen. Mitgehen. Hingabe. Manchmal auch eine kindliche Unbefangenheit. So herrlich – all das Neue, das auf uns wartet. Um von dort aus, gemeinsam mit meinem allerliebsten Lieblingsmenschen, ein schönes und gutes Leben aufzubauen. An einem unglaublich schönen Ort: Meiringen. In dem unglaublich schönen Land Schweiz.
Einatmen, ausatmen
Und wenn ich dann mal durchhänge, das Chaos und die Unruhe satt habe, dann denke ich genau daran. Und plötzlich erscheint dieses große, breite Lächeln in meinem Gesicht. Gemeinsam mit meinem Mann, der Liebe meines Lebens, dieses wunderbare Abenteuer zu beginnen. Viel mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein.
Und du? Was macht dich glücklich? Wovon träumst du – laut oder manchmal ganz heimlich?
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