Es gibt manchmal solche Tage … Tage, an denen ich mir am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen und einfach liegen bleiben würde. Nein,...
Es gibt manchmal solche Tage … Tage, an denen ich mir am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen und einfach liegen bleiben würde. Nein, anders gesagt: am liebsten erst wieder aufwachen – in der Schweiz. Und dann feststellen, dass wir längst umgezogen sind, in Meiringen wohnen und die letzten 27 Tage einfach so vorbeigeflogen sind. Ach herrje. Das wäre doch herrlich. Wenn das doch nur ginge …
Manchmal wächst mir alles kurz über den Kopf. Ich werde wahnsinnig von all den Kistenstapeln. Die leeren Schränke, die schon von der Wand abmontiert sind und – teilweise auseinandergebaut – im Wohnzimmer stehen. Dinge, die ich nicht mehr finde, weil sie irgendwo in irgendeiner Kiste stecken. Gut überlegen, wen wir in diesen letzten 27 Tagen wirklich noch einmal sehen wollen, bevor wir das Land verlassen. Entscheiden, was ich in den letzten vier Wochen noch machen möchte – und das dann griffbereit halten. Täglich, manchmal mehrmals am Tag, die To-do-Liste aktualisieren: was wir noch erledigen, abmelden, kaufen oder verkaufen müssen. Und nicht zu wissen, wie lange es genau dauert, bis der Umzugswagen unsere Sachen an unserem neuen Zuhause anliefert.
Nicht vergessen!
Ach ja, heute muss ich wirklich wieder Hemden bügeln. Ist doch nett, wenn mein Schatz in den letzten Wochen noch ein frisch gebügeltes Hemd zur Arbeit tragen kann. Mach ich, Schatz. Wird erledigt.
Ach ja, einkaufen. Ich muss gut überlegen, was ich kaufe. Ohne der Versuchung zu erliegen, Schnäppchen zu hamstern und damit Gefrierschrank und Vorratsschrank zu füllen – nur um dann in den letzten Wochen das Problem zu haben, dass wir nicht alles aufessen, bevor wir gehen.
Ach ja, der Gefrierschrank muss natürlich leer werden. Am besten schon, sagen wir, am letzten Wochenende. Aber dann wirklich komplett leer. Denn nach dem Abtauen kann ich ihn reinigen. Und danach muss er noch ein paar Tage trocknen, bevor er vielleicht eine ganze Woche unterwegs ist.
Ach ja, die Waschmaschine: Zum Glück haben wir dafür schon eine Käuferin! Aber das Gerät kann wirklich erst in der letzten Woche weg. Gut wäre es, wenn sie vorher kurz vorbeikommt und weiß, dass sie dann mit ein paar Leuten kommen müssen – denn der Trockner oben drauf muss erst runter. Kümmere ich mich drum. Sag ich ihr.
Ach ja, Tisch, Stühle und Barhocker müssen auch noch verkauft werden. Ja, möglichst schnell. Und nein, kein Problem: Dann nutzen wir eben so lange den Biertisch mit der losen Bank. Weg ist weg. Ich habe bestimmt noch Fotos. Such ich raus. Oder ich mache neue. Okay?
Ach ja, fast vergessen: mein großes Webstuhl. Den möchte ich auch noch verkaufen. Dafür nehme ich auf jeden Fall das Foto, das der Makler gemacht hat. Nur noch schnell die Maße notieren und ein paar Infos ergänzen. Dann kann er nächste Woche online gehen. Schön, wenn der auch weg ist.
Unruhig
Tja. Genau solche Dinge. Nichts Dramatisches, alles machbar – einzeln betrachtet. Aber alles zusammen, plus diese ganze Umzugsatmosphäre, die von all den vollen und (halb)leeren Kartons ausgeht … das macht mich manchmal unglaublich unruhig.
Jetzt kurz nichts – und dann weiter
So. Puh. Das tut gut. Jetzt erst einmal sitzen, eine schöne Tasse Kaffee und ein paar Maschen stricken. Danach arbeite ich meine komplette Liste für heute ab. Und am Nachmittag dann der nächste Abschied.
Und du?
Wodurch verlierst du manchmal kurz den Faden? Was sind deine Hirngespinste? Wie gehst du damit um – und was hilft dir dabei?
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